Eigene Thesen
der Erzieher
des Waldkindergarten "Kinderwald"

Wir denken, Jede Münze hat zwei Seiten, aha und was schließen wir daraus? Ein Waldkindergarten hat Vorteile, hat aber auch Nachteile. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Waldkindergärten nicht für alle geeignet sind, für alle Kinder vielleicht schon, doch nicht für alle Eltern. Somit sind wir wieder bei der Münze.
Wir haben den Kopf und die Zahl.

Den Kopf der Münze möchten wir bei dieser Gelegenheit symbolisch mit der kindlichen Entwicklung in Verbindung bringen und beleuchten nun die positiven Aspekte. Die körperliche, gesamtmotorische, sprachliche, kognitive, psychische und seelisch-emotionale Entwicklung des Kindes wird durch die Umwelt, sprich durch das Elternhaus und das Umfeld, durch die genetische Veranlagung und durch die Eigenerziehung beeinflusst. Kombiniert man die drei Bereiche und fokussiert unterdessen den Waldkindergarten unter dem Bereich Umfeld und Umwelt, so können wir ruhigen Gewissens und wissenschaftlich fundiert behaupten, dass der Waldkindergarten dem Kind optimale Bedingungen schafft, sich adäquat zu entwickeln. Die zweite Seite der Münze, also die Zahl, möchten wir mit möglichen negativen Aspekten derer in Verbindung bringen, die den Waldkindergarten kritisieren. Die Kinder werden im Wald nicht im ständigen Kontakt mit alltäglichen Dingen der Technik stehen, also keine Steckdosen, Seifenspender, Toilettenspülungen um sich herum haben, keine Computer, Küchenmaschinen, Dia- und Tageslichtprojektoren bedienen und auch nicht in unmittelbarer Umgebung des Straßenverkehrs sein (Ausflüge in die Stadt, Zahnarzt, Krankenhaus usw. gibt es allerdings). Auch werden die Kinder im Wald nicht mit vorgefertigtem Spielzeug und Spielen konfrontiert und sich nicht im Haus befinden.
Also sind wir, angesichts der beiden hier dargestellten Seiten der Münze zu unserer These gekommen, oder die These zu uns, wie auch immer:

Wir unterliegen einem Trugschluss, wenn wir denken, die Münze habe zwei Seiten. Bei der dritten Seite handelt es sich nämlich um den Rand und gerade dieser unbeachtete, meist vergessene Rand birgt wesentliche, fundamentale Gesichtspunkte, die an´s Tageslicht gebracht werden müssen. "Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur!" Der Mensch schützt das, was er liebt.
Angesichts der heutigen Bedingungen auf der Welt und in unserem Land stellt sich uns wirklich eine dringend notwendige und berechtigte Frage:
Was schützt denn der Mensch?

Wir können also realistisch gesehen davon ausgehen, dass wir Menschen nicht gerade die "Beschützer" der Natur sind, oder gar uns selbst schützen in Anbetracht der Gewalt, Sucht und Geringschätzung der Menschen untereinander.
Daraus resultiert zwangsläufig die Schlussfolgerung:
Unsere Gesellschaft leidet unter einer sozialen Armut.

Zwischenmenschliche Kontakte werden immer mehr ersetzt durch Medien wie TV, Computer oder Telefon (in einer 1997 veröffentlichten Statistik beträgt die durchschnittliche Nutzungsdauer des TV bei Kindern von 6 - 13 Jahren zwei Stunden - nur TV!!!), alleinerziehende Elternteile sind keine Seltenheit mehr, der Spaß am Konsum wird immer vordergründiger, Altenheime, Kinderheime sind voll, immer längere Öffnungszeiten der Einrichtungen werden von den Eltern gewünscht, da Leistung und materielles Denken die Zeit für sich und andere knapp werden lässt. Unter dem religiösen Aspekt Eigenliebe, Nächstenliebe und Feindesliebe wird kaum gehandelt.
Dabei fällt der Mensch, ebenso wie die Natur unter die leidtragenden Betroffenen. Es ist auffallend, wie sehr sich die Menschen seit einigen Jahrzehnten von der Natur distanzieren, und das, obgleich sie selbst ein Teil der Natur sind. Wer kennt sich aus mit Bäumen und Pflanzen, Insekten und Säugern aus eigener, nächster Umgebung? Meist alte Menschen oder diejenigen, die beruflich damit zu tun haben. Oder, Wie groß ist der Abstand zum Bauernhof geworden? Das selbe Spiel, man braucht das alles nicht mehr, versorgt sich aus dem Supermarkt. Elementare Zusammenhänge zwischen dem Zusammenspiel Mensch - Natur gehen verloren. Es geht sogar soweit, dass die Natur als Feind angesehen wird, ein ursprünglich gesundes Verhältnis kann als gestört und schwer verhaltensauffällig diagnostiziert werden, Verursacher dessen ist der Mensch.

An dieser Stelle ein Zitat von Eugen Roth:

"Ein Mensch sieht, dass unsere Zeit voll ist von Rücksichtslosigkeit. Doch aus Liebe zu seiner Ruh`, macht er beide Augen zu. Er schwärmt von bess`ren Zeiten sehr - Was dafür tun will selten er!"

Somit sollte der momentanen Entwicklung kritisch ins Auge geblickt werden. Eine gesunde Umwelt entsteht also nur durch eine Integration von Mensch und Natur. Wir sind der Meinung, dass man sich nicht vollständig isolieren darf, weder zu Menschen, noch zur Natur. Wir behaupten, dass Kinder im prägenden Alter von drei bis sechs Jahren genügend Erfahrungen machen können, um später daraus zu profitieren. Dass der Kindergarten nur halbtags läuft, bringt eine gesunde Mischung zur gesellschaftlichen Realität und zur Natur.

Umwelterziehung hat die Aufgabe, die Distanz vom Subjekt (Mensch) zum Objekt (Umwelt), aufzuheben. Das Stichwort "Nachhaltigkeit", d.h. "handle so, dass Zukunft auch für nachfolgende Generationen möglich ist", verbietet ein Denken von "Mensch" und "Umwelt" als Gegensätze. … Erzieherinnen, Kinder und Eltern sollen Sensibilität und Bewusstsein für die Wechselwirkungen entwickeln in dem Sinn "Wenn ich als Subjekt das Objekt verändere, dann verändere ich letztendlich auch mich."

Abschließend bleibt der Gedanke, dass durch den Halbtagsbetrieb genügend Zeit für Eltern und Kind bleibt, da hier die Basis steht für gesunde Entwicklung, und hier genügend Erfahrung mit Medien und allem Erwähntem gemacht werden kann. Und andererseits die Kinder im Wald integriert sind, so Sensibilität und Wissen erlangen, um im späteren Leben mehrere Perspektiven zur Auswahl zu haben. Die Kinder erfahren Liebe von der Natur, lernen sie zu lieben und schließlich zu schützen.

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